Unberührte Natur und kosmopolitisches Denken. Tradition und Moderne. Urwüchsiges Handwerk und avantgardistische Archi- tektur. Es gibt nur wenige Gegenden der Welt, in denen solche Extreme aufeinander treffen und sich in perfekter Harmonie gegenseitig beflügeln.
Der Bregenzerwald ist ein Natur- und Kulturraum in Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland Österreichs. Er erstreckt sich von der Bregenzer Ache bis zum Bodensee und gilt als einer der schönsten Wälder in den österreichischen Alpen. In Deutschland wird der Name übrigens oft auch als „Bregenzer Wald“ geschrieben.
Der Wald ist touristisch sehr gut erschlossen, viele Berge sind mit Liftanlagen ausgestattet und die Infrastruktur ist hoch entwickelt – denn der Fremdenverkehr zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in der Region. Vor allem die hervorragenden Möglichkeiten für Wanderer und Skifahrer locken Besucher in den Bregenzerwald. Gäste, die länger als drei Nächte bleiben, erhalten vom jeweiligen Gemeindeamt die „Bregenzerwaldcard“, mit der man öffentliche Verkehrsmittel und Bergbahnen kostenlos nutzen und freien Eintritt bei Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen erhalten können.
Unter Gourmets ist der Bregenzerwald bekannt für die „Käsestraße“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von alteingesessenen Bauern, Wirten und Handwerkern, die in der traditionellen Käseproduktion arbeiten. Denn der „Bregenzerwälder Bergkäse“ ist eine weit über Vorarlberg hinaus bekannte Köstlichkeit.
Eine weitere Attraktion ist die „Bregenzerwaldbahn“, von Einheimischen liebevoll „‘s Wälderbähnle“ genannt. Es handelt sich dabei um ein Reststück einer Schmalspurbahn, die zwischen 1902 und 1983 Reisende zwischen Bregenz und Bezau transportierte. Heute ist sie nur noch als Museumsbahn erhalten und fährt – teilweise mit Dampf betrieben – auf einer Strecke von 5 Kilometern. Entlang eines rauschenden Wildbach, durch die Unberührtheit des Bregenzerwaldes: Ein Erlebnis ideal für Familien.
Die Abgeschiedenheit des Bregenzerwaldes wird auf dieser Fahrt besonders schön deutlich. Es war übrigens genau diese Abgeschiedenheit, die zu einer ungewöhnlichen Entwicklung bei den lokalen Dialekten führte: Bis 1804 gehörten Teile des Allgäus zu Vorarlberg, auch die nordwestlichen Ausläufer des Bregenzerwaldes. Hier ist bis heute der Einfluss des Allgäuerischen hörbar, während in den übrigen Teilen des Bregenzerwaldes ein Dialekt gesprochen wird, der jenem aus der Region um Dornbirn gleicht. Damit nicht genug: Trotz dieser Unterschiede hat sich über die Jahrhunderte ein „Bregenzerwald Dialekt“ entwickelt, der zumindest von Vorarlbergern meist sofort erkannt wird. Unabhängig von sprachlichen Unterschieden gelten die Menschen aus der Region Bregenzerwald aber alle als naturverbunden, gastfreundlich und herzlich.